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Mittwoch, 7. April 2010

Erinnert mich irgendwie an George Orwell...

„Bei allem Positiven, das die Online-Welt bietet, wird das Internet zunehmend als Medium für die Vorbereitung und die Ausführung abweichenden Verhaltens, bis hin zur Durchführung krimineller Taten genutzt.“

Das obige Zitat stammt nicht etwa aus einem Roman wie 1984 sondern aus einer offiziellen Pressemitteilung des BDK - des Bund Deutscher Kriminalbeamter.

Ich finde solche Gedankengänge jedenfalls sehr verstörend. Demnächst dann: Wer sich abweichend verhält, wird einstweilig erschossen... Hatten wir so etwas ähnliches nicht schon einmal?

Auch aufschlussreich ist das Folgende:

„Aufgrund ungefilterter Internetzugänge sind aber auch Inhalte wie Pornographie, Pädophilie, Islamismus, Rechts- und Linksextremismus, Terror und vieles mehr für Kinder und Jugendliche frei verfügbar.“

Nun, Kinder und Jugendliche haben auch ungefiltert Zugriff auf die Zigaretten und den Alkohol im elterlichen Haus. Sogar an Küchenmesser und Äxte kommen sie. Man könnte noch diverse andere Gefahren aufzählen, bis zum Fremden im Park der sie belästigt oder entführt. Trotzdem fordert niemand, dass der Staat jedem Heranwachsenden einen Streifenpolizisten zur Seite stellt, der aufpasst, dass die Eltern nichts falsch machen. Es ist verdammt nochmal die Verantwortung der Erziehungsberechtigten, dafür zu sorgen, dass Kinder eben nicht vor dem Computer geparkt werden. Aufgabe der Schule sollte es sein, Medienkompetenz zu vermitteln.

Sehe nur ich das so, dass es bedenklich ist, wenn der Staat sich in die Erziehung der Kinder einmischt und sich zur Aufgabe macht, diese vor allem zu schützen, was seiner Meinung nach schädlich ist?

Gleichzeitig soll hier die Internetzensur wohl mal wieder zum Schutz der Kinder salonfähig gemacht werden. Wenn man einen ungefilterten Zugang vom Provider haben will, kann man das vermutlich bekommen. Aber ich vermute, das traut sich dann keiner, weil oben genannte Dinge will er ja ohnehin nicht abrufen - sich verdächtig machen erst recht nicht.

In diesem Sinne werde ich mich jetzt weiter abweichend verhalten und mit meinem abweichenden Betriebssystem diesen Post beenden und nachher abweichend von der Mehrheit mit dem Rad in die Uni fahren...

Montag, 7. Dezember 2009

Zensierte Mediathek/unvollständige Nachrichten

Schöne neue Welt - oder - warum sich mir bei dem Thema GEZ-Gebühr für Computer die Nackenhaare sträuben.

Ich wollte mich heute in unserem unabhängigen öffentlich-rechlichem Staatsfernsehen über die Geschehnisse des gestrigen Tages informieren.

Dies wollte ich bei unserem Zweiten Deutschen Fernsehen tun, deren neueste Mediathek-Version ja sogar endlich unter Linux funktioniert.

Nachdem die Nachrichten ja schon bei der Berichterstattung zur Leichtathletik-WM zensiert worden waren (man besitzt keine Rechte an den Bildern zur 'Ausstrahlung' im Internet) ist mir heute endgültig die Hutschnur geplatzt.

Bei Zeitpunkt 12:28 - mitten in einem Bericht zur Bombardierung der Tanklaster - kommt folgende Einblendung:

Ich fühle mich ehrlich gesagt verarscht, gerade weil immer nach den Nachrichten der Hinweis kommt, man könne sie ja im Internet nochmal sehen, wenn man sie verpasst hat.

Diese Einblendung wird ermöglicht durch Ihre Rundfunkgebühren - TOLL.

Wer selber nachsehen will kann dies hier tun. Aber dran denken: Die Sendung ist nur begrenzte Zeit verfügbar - auch wenn sie von unserem Geld bezahlt ist.

Ich habe über das Kontaktformular mal um Informationen gebeten, insbesondere wie das mit der Forderung nach vollen GEZ-Gebühren für PCs zusammengehen soll.

Sonntag, 27. September 2009

Heute ist Bundestagswahl: Geh Wählen!

Ein kurzer Reminder an alle:
Heute, am 27.09.2009, ist Bundestagswahl
Wer nicht wählen geht, darf sich hinterher nicht beschweren! Ansonsten gilt (nach GBO) für die Wahl dasselbe wie für den Zahnarzt: Geht man zu lange nicht hin, wird's braun. In diesem Sinn:
Beweg Dich und geh zur Bundestagswahl!
... damit sie sich noch wünschen wir wären nur politikverdrossen!

Mittwoch, 2. September 2009

Wir brauchen dringend Internetsperren, denn wir haben zu wenig Ermittler!

Langsam wird es deutlich: Die Politik hat offenbar kein Interesse, wirksam gegen Delikte aus dem Bereich der Kinderpornographie vorzugehen.

Woher ich diese Erkenntnis diesmal ziehe? Aus einem Artikel der Netzeitung.

Zitat: "In Sachsen-Anhalt müssen Verfahren wegen des Verdachts auf Kinderpornographie eingestellt werden, weil kein Personal zur fristgerechten Sichtung der Beweismittel da ist."

Randnotiz: Der Ministerpräsident des Landes ist Wolfgang Böhmer (CDU), ein Parteigenosse unserer Familienministerin...

Dort liegen Datenträger seit 3 Jahren zur Auswertung. Wie sollen so Hintermänner gefasst werden?

Und was bedeutet das für möglicherweise unschuldig Verdächtigte?

Sämtliche Hardware wird bei einer Durchsuchung beschlagnahmt. Alle Datenträger sind weg.

In der Praxis heisst das heute, dass man als moderner Mensch in seiner Existenz gefährdet sein kann, nicht nur wenn man sein Geld mit dieser IT verdient.

Die Steuererklärung könnte ich zum Beispiel nicht mehr machen, denn alle von mir geschriebenen Rechnungen liegen nur digital vor, abenso wie die Kalkulationen der letzen Jahre. Das Finanzamt schätzt mich also.

An mein Onlinebanking komme ich auch erstmal nicht, der Rechner ist ja weg, man muss sich also einen Ersatz beschaffen.

Alle Studienunterlagen auf dem Rechner (auch Diplomarbeit, Hausaufgaben, Klausurvorbereitung) sind nicht mehr zugreifbar, Dokumente des Arbeitgebers nicht verfügbar, Programmierprojekte, Quellcode, alles weg.

Und das für mehrere Jahre, wenn man nicht auf Herausgabe der Datenträger klagt.

Für echte Täter andererseits bedeutet es, dass sie möglicherweise gar nicht belangt werden, Spuren vernichten können, die Hintermänner niemals ermittelt werden.

Man fügt also unschuldigen unermesslichen Schaden zu und gefährdet sie in ihrer Existenz, während Täter unter Umständen für die eigentlichen Taten nicht belangt werden.

Welche Spuren können nach 3 Jahren bei diesen Delikten denn noch gesichert werden? Und um mit unserer Familienministerin von der Leyen zu sprechen: In diesen 3 Jahren gehen die schrecklichen Verbrechen an den Kindern doch weiter, denn es handelt sich um dokumentierten Kindesmissbrauch!

Aber wir brauchen dringend Stoppschilder? Wir brauchen fähige Ermittler! DRINGEND!

Freitag, 28. August 2009

Demokratie in Deutschland...

"Ein unkontrolliertes, geheimes Gremium erstellt unter umgehung aller Gewaltenteilung und aushebelung der Unschuldsvermutung, nur stichprobenartig kontrollierte geheime Listen von geheimen Seiten, die mittels eines geheimen Verfahrens umgesetzt werden. Kontrolle ist illegal, Bekanntmachen ist illegal, umgehen zur Kontrolle ist illegal. Danach fragen macht verdächtig, versehentlicht darauf landen macht verdächtig, dagegen sein macht verdächtig." Quelle: Heise-Forum

Natürlich ist das Gesetz keine Zensur, noch nicht, weil noch werden angeblich nur illegale Inhalte gefiltert. Eine umfassende Kontrolle findet jedoch nicht statt, und wer sagt denn, dass die Liste, die das BKA an die Kontrollorgane weitergibt, identisch mit der ist, die an die Provider geschickt wird. Immerhin ist es vorgesehen, dass die Liste sich alle paar Stunden ändern kann. Da hat man halt kurz nach dem Versenden an die Kontrollorgane die Liste schon wieder geändert und sich leider in der Version vertan

Aber in Deutschland ist ja auch mittlerweile normal, dass im Parlament Aussprachen nur noch schriftlich stattfinden, ohne dass die Redebeiträge gehalten werden. Wenn es dann doch mal sogenannte Debatten gibt, finden diese auch mal nachts um halb vier statt, und ein Agrarausschuss entscheidet über IT-Themen.

Der einzelne Parlamentarier fühlt sich dem Fraktionszwang verpflichtet und stimmt dann auch mal "mit Bauchschmerzen" für ein Gesetz, dass er für falsch hält. Danach hat der Parlamentatier auch noch die Stirn, dies zu sagen, verbunden damit, er gehe ja ohnehin davon aus, dass das Bundesverfassungsgericht das Gesetz stoppt.

Dann haben wir noch eine spezielle Ministerin, die von ihr selbst in Auftrag gegebene Gutachten als "unterirdisch" bezeichnet und dieses sowie alle Experten schlicht ignoriert.

Andere Minister vergeben den Auftrag Gesetze zu machen dafür gleich ganz an ausländische Anwaltkanzleien oder haben in ihrem Ministerium Angestellte, mit eigenem Büro, die von der Industrie bezahlt werden und an den Gesetzen mitarbeiten, die dann für diese Industrie gelten. Natürlich nur, um den Sachverstand zu nutzen, den diese mitbringen, und einen lebendigen Austausch zwischen Wirtschaft und Politik zu ermöglichen.

Fazit: Ich fühle mich jedenfalls derzeit verkauft und verraten von diesen sogenannten Volksvertretern und werde meine Kreuze entsprechend setzen.

Andererseits: Vielleicht habe ich das auch nur falsch verstanden, Staubsaugervertreter setzen sich ja auch nicht für die Rechte von Staubsaugern ein...

Montag, 3. August 2009

Zwischenruf und Nachdenkliches zum Urlaub

Bevor es ein paar Tage Urlaub gibt, sind mir doch noch ein paar Dinge über den Schirm gelaufen, die mich beschäftigen.

Zum Einen der Zwischenruf von Hans-Ulrich Jörges im Stern.

Er spricht mir in so vielen Punkten aus der Seele. Wenn ich mir ansehe, dass in diesem Land Gesetze nicht mehr im Parlament verhandelt, sondern dort lediglich noch die Reden schriftlich zu Protokoll gegeben werden, wenn ich höre, dass man der Fraktionsdisziplin wegen für das Gesetz stimmt, aber nur mit Bauchschmerzen, aber man ja ohnehin davon ausgeht, dass das Verfassungsgericht das Gesetz für nichtig erklärt - da frage ich mich schon, was aus unserer Demokratie geworden ist.

Dann kommt auch noch ein so genanannter Spitzenkandidat aus Sachsen, der Herr Thomas Jurk, daher und verkündet, dass er über dem Grundgesetz steht, und das ja nicht für alle gelten könne.

Übrigens meinte das auch unser Verteidigungsminister beim Thema des Abschiessens von Passagierflugzeugen. Man würde sich schon einen Piloten suchen, der den Befehl ausführt. Dies verstößt aber gegen das Urteil des Verfassungsgerichts.

Gleichzeitig werden Milliarden in die Autoindustrie geblasen um vor der Wahl ein Strohfeuer zu entfachen, damit es ja nicht vor der Wahl zu einem Kollaps kommt. Was die Banken an Steuergeldern verbrannt haben, darüber möchte ich gar nicht erst nachdenken - aber schön, dass sie alle schon wieder Gewinn erwirtschaften und Boni zahlen können. Nun, die Manager haben ja auch erfolgreich neues Geld aquiriert - von daher, chapeau!

Aber was mich wirklich aufregt ist, wie dreist man belogen wird. Wieder und wieder aus dem Hause unserer Familienministerin Zensursula von der Leyen.

Diesmal blamiert sie uns zwar nicht bei den Indern, so dass es keine Entschuldigung an die Indische Botschaft geben muss, nein, diesmal vertritt sie die Meinung, dass man auch mal darüber nachdenken könne andere Inhalte im Internet ebenfalls zu verstoppschildern.

Getreu dem Motto was schert mich heut mein Geschwätz von Gestern. Toll!

Gleichzeitig frage ich mich immer wieder, was die ganzen Kinder eigentlich unbeaufsichtigt im Internet machen, die man hier in Chatrooms und Social Networks vor irgendwas schützen muss.

Immerhin lassen die Erziehungsberechtigten die Kinder hier mir einem Kriegsinstrument unbeaufsichtigt alleine!

Das Internet ist von Wissenschaftlern für die Wissenschaft ersonnen und später durch das Militär weiterentwickelt worden.

Aber im Ernst: Kann man wenn man unter 18 Jahre alt ist einen eigenen Internetanschluss bekommen? Geht das ohne volle Geschäftsfähigkeit? Nein? Ach! Wie also kommen die 8-12 Jährigen dann ins Internet - wer missachtet da seine Aufsichtspflicht?

Donnerstag, 11. Juni 2009

Internetsperren für "Online-Gewaltspiele" gefordert

Heise: CDU-Bundestagsabgeordneter erwägt Internetsperren für Online-Gewaltspiele

Wie kommen die eigentlich immer auf diesen Trichter, alles sperren zu müssen?

Und vor allem, wem kann man eigentlich glauben? Zypries will bei Urheberrechtsverletzungen sperren, Hessen bei Glücksspiel, andere bei Nazi-Seiten, andere bei denen von Linken Gruppen, etc...

Haben die Angst?

Vielleicht hilft ja Wikipedia?

Thomas Strobl ist Mitglied der Heidelberger Studentenverbindung Alte Leipziger Landsmannschaft Afrania. Seit 1996 ist er mit Christine Schäuble, der Tochter des CDU-Politikers Wolfgang Schäuble, verheiratet.

Wir haben es also nicht nur mit Lobbyismus zu tun, einem, bei dem Firmen Personal in Ministerien entsenden um dort 'beratend' an Gesetzesentwürfen zu arbeiten, wir haben es nicht nur damit zu tun, dass Ehegattinnen die Position ihres eigenen Vereins über den Wirtschaftminister von und zu Guttenberg 'einbringen', sprich das Gesetz erarbeiten, nein, wir haben es auch an anderen Stellen mit deutlich sichtbarer Vetternwirtschaft zu tun.

Ich finde ja, man sollte ein Verbot einführen, dass Personen die über weniger als 3 Ecken miteinander verwandt oder verschwägert sind nicht zusammen in den Bundestag dürfen oder so...

Aber einen Schießstand in einer Hauptschule einrichten für den Schützenverein, das geht!

arghl!

Donnerstag, 4. Juni 2009

Kategorie: Lesenswert!

Da ich im Moment keine Zeit habe, sei hier auf einen sehr erschreckend-aufklärenden Artikel hingewiesen:

http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2141

Zum Einen erwähnt er einen Blogeintrag, der ebenfalls den Generationenkonflikt näher beleuchtet, zum Anderen hilft er, einige der Vorgänge der letzten Monate (Jahre?) zu erklären - auf erschreckende Weise, wie ich finde!

Sonntag, 24. Mai 2009

Der betroffene "Chefretter" von Guttenberg et. al.

Man kann sich schon wundern, wie schnell die Regierung einen neuen Wirtschaftsminister gefunden hat. Wie aus dem Nichts war er da, niemand kannte ihn vorher, selbst die Zeitungsredaktionen waren darauf angewiesen ihre dürftigen Informationen aus der Wikipedia zu beziehen.

Und so wundert es nicht, dass unserem Wirtschafsminister ein Vorname angedichtet wird, und auch sonst einige ungeprüfte Fakten über ihn verbreitet werden.

Es scheint aber so, als würde auch unser Wirtschaftsminister selbst nicht mit offenen Karten spielen. Guttenberg selbst hat in Interviews stets von seinen "Erfahrungen im Familienunternehmen" gesprochen - und einige echte Journalisten haben sich tatsächlich die Mühe gemacht, die dpa-Meldung mal nachzurecherchieren.

Bei ihren Nachforschungen stellten sie dann fest, dass weder das Wirtschaftsministerium noch die CSU Auskunft geben konnte, um welches Unternehmen es sich handelt. Man bekam vom Wirtschaftsministerium sogar die Adresse einer Baustofffirma gleichen Namens genannt, deren Geschäftsführer aber wohl Christoph Frhr. von Guttenberg und eben nicht Karl-Theodor zu Guttenberg ist.

Was die Journalisten jedoch herausfanden ist, dass es durchaus eine GmbH gibt, deren Geschäftsführer unser Wirtschaftsminister war. Dieses Familienunternehmern mit ca. 3 Angestellten hatte jedoch lediglich die "Verwaltung des eigenen Vermögens" als Zweck.

Es ist schon verwunderlich, warum man in der CSU nicht wenigstens einen echten Unternehmer zum Wirtschaftsminister machen konnte.

Das Video der Sendung ZAPP (NDR) findet sich bei YouTube unter dem Titel: Die peinliche Wahrheit über Wirtschaftsminister Guttenberg!

Ahnungslos, aber betroffen...

Seine Rolle im Aufbau der deutschen Zensurinfrastruktur ist auch alles andere als rühmlich. Er verkündet doch tatsächlich öffentlich:

Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich eines der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht. (Karl-Theodor zu Guttenberg, u.a. ausgestrahlt in der Tagesschau)

Ich muss sagen: Mich macht es nicht nur betroffen sondern wütend, wie schlecht beraten dieser Minister hier offenbar wurde. Er hat selbst offenbar den Text der Online-Petition nicht ein einziges Mal gelesen, sonst wüsste er, dass es eben keinen Grund gibt, wegen der Meinung von mittlerweile 90000 Menschen in diesem Land betroffen zu reagieren.

Es ist schon erschreckend, dass ein Politiker betroffen reagiert, wenn er damit konfrontiert wird, dass Bürger eine andere Meinung vertreten als er selbst.

Aber schauen wir doch einmal kurz die Verwandschaftsverhältnisse an.

Familiärer Lobbyismus

Verheiratet ist Herr von Guttenberg mit Stephanie Gräfin von Bismarck-Schönhausen, der Präsidentin der deutschen Dependance des Vereins „Innocence in Danger“.

Dieser Verein ist es auch, der die Mär von den 23 Millionen (dort übrigens Dollar) Umsatz der sogenannten Kinderporno-Industrie verbreitet. Dafür gibt es keinerlei Belege. Auch nicht im Familienministerium, dass nur die Auskunft gibt, zu derartigen Zahlen lägen keine Erkenntnisse vor. Interessant, oder?

Auch fordert dieser Verein noch strengere Gesetzte zur Zensur des Internets, um den "Jugendschutz" im Internet voll durchzusetzen.

Nun frage ich mich: Welcher Internetserviceprovider in Deutschland schließt bitte mit nur eingeschränkt geschäftsfähigen Personen einen Vertrag ab? Wie kommen die ganzen Kinder und Minderjährigen denn bitte 'ins Internet'?

Sind es nicht etwa Eltern, Betreuer, Lehrer und andere, die Kinder und Jugendliche unbeaufsichtigt das Internet nutzen lassen? Ist es ein Wunder, dass bei Abwesenheit von Aufsicht, Aufklärung und Erziehung Dinge schieflaufen?

Es geht nicht um die Kinder!

Wer ernsthaft den Jugendschutz im Internet durchsetzen will möge bitte ersteinmal dafür sorgen, dass:

  • Kinder nicht mehr durch Zigarettenrauch geschädigt werden
  • Beratungsstellen und Notunterkünfte genügend Geld erhalten
  • Jugendtreffs nicht geschlossen werden müssen
  • Jugendliche eine Ausbildung erhalten und einen Job, auch wenn es "nur" ein Staatsbetrieb ist, der ohne Gewinn arbeitet
  • Medienkompetenz in Schulen unterrichtet wird
  • Polizei und Ermittler vernünftig geschult werden und genügend Geld erhalten

Leider gibt es mit diesen Forderungen ein Problem: Sie kosten erstens Geld und sind zweitens nicht Wahlkampftauglich. Ausserdem dauert es mitunter, bis Effekte zu sehen sind.

Würde es Frau von der Leyen tatsächlich um den Schutz von Kindern gehen, hätte sie die letzen Jahre vielleicht einfach mal an den internationalen Konferenzen zu diesem Thema selbst teilnehmen sollen. Man hätte die Zeit auch nutzen können, um eine europaweite Zusammenarbeit beim Abschalten entsprechender Webseiten zu vereinbaren.

Es ist mir mir unbegreiflich, wie ein Verein wie Carechild auf einer Liste, die nach Aussage der Behörden selbst mittlerweile zwei Jahre alt sein soll, noch eine zweistellige Zahl von Webadressen finden konnte, die kinderpornographisches Material enthielten und deren Betrieb aus der EU erfolgte, auch aus Deutschland!

Der Staat als Dulder von Kindesmissbrauch?

Dies bedeutet: Ein Staat hat Kenntnis darüber, dass dort möglicherweise noch Kinder missbraucht werden, gibt sich jedoch damit zufrieden, dass die eigenen Bürger dies nicht sehen müssen. Er unterlässt es jedoch, das Land in dem der Server physikalisch steht zu informieren, was dort geschieht. Meiner Meinung nach müsste man hier den Ersteller der Liste wegen unterlassener Hilfeleistung und Begünstigung einer Straftat belangen, aber ich bin kein Jurist.

Übrigens: Verwendet man auf einer satirischen Webseite ein Logo eines Bundesministeriums, wird die Seite innerhalb einer Woche geschlossen, indem der Provider angeschrieben wird!

Ein interessantes Video, wieder von Zapp, zur PR von Frau von der Leyen:ZAPP: Von der Leyen - Viel Show und wenig Konkretes

Schade eigentlich. Man könnte mit ein wenig gutem Willen und einem Bruchteil der Bankenrettungsfonds tatsächlich viel für die Kinder erreichen.

Falsches Spiel

Ein weiterer Aufreger sind die falschen Zahlen, mit denen operiert wird. Nicht nur, dass man das Thema Kinderpornographie nicht vernunftig diskutieren kann, weil mann immer sofort in die Ecke gestellt wird, man sei ja ein Unterstützer von Kindesmissbrauch, nein, es werden auch bewusst falsche und völlig übertriebene Zahlen benutzt.

So erfolgte angeblich ein Anstieg von über 100% bei den Fällen von Kinderpornographie. Jeder der nur ein wenig Ahnung von Statistiken hat, sollte jetzt laut aufschreien. Was ist passiert, damit es diesen enormen Anstieg geben konnte?

Nun, das eine ist, dass mehr Fälle in die Statistik gekommen sind, weil mehr Ermittelt wurde. Das andere ist jedoch, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden. Denn der Anstieg der Fallzahlen bezieht sich lediglich auf die Anzahl der Ermittlungsverfahren.

Es ist ja noch nicht einmal klar, um wieviele Verdächtige es hier geht, weil bei der Operation Himmel und anderen zunächst nur IP-Adressen ermittelt wurden. Dabei können durchaus eine bis 10 unterschiedliche Adressen zu einem einzelnen Verdächtigen führen.

Und der nächste Skandal ist, dass von diesen Verfahren wohl über 90% eingestellt wurden, da man den Verdächtigen nichts nachweisen konnte, oder weil sie nicht bewusst auf diese Seiten gelangt sind, die hier überwacht wurden.

Auch hier antwortet das Familienministerium übrigens auf eine Anfrage von Herrn Tauss, es lägen keinerlei Erkenntnisse vor, wieviele Ermittlungsverfahren eingeleitet, abgeschlossen, eingestellt oder mit einem Verfahren fortgesetzt wurden.

Daraus kann man nur folgern, dass das Familienministerium diese Zahlen gar nicht wissen möchte!

Verdrehte Fakten, fehlende Erkenntnisse

Die weiteren Argumente des Familienministeriums werden in einem Gastbeitrag in der Zeit übrigens sehr schön zerlegt.

Die fehlenden Zahlen des Familienministeriums können übrigens, inklusive dem Antwortschreiben, auf der Webseite von Herrn Tauss nachgelesen werden: Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse vor.

Man fühlt sich für Dumm verkauft

Mich als durchschnittlich intelligenten, hoffentlich aufgeklärten Bürger, macht es mittlerweile fassungslos und wütend zugleicht, mit welch fadenscheinigen Argumenten hier Privatinteressen von Politikern zu Lasten einer Nation durchgedrückt werden sollen.

Es scheint tatsächlich einen neuen Generationenkonflikt zu geben, und zwar gleich in beiden Richtungen.

Der doppelte Generationenkonflikt

Diejenigen, die heute als Politiker die Interessen des Volkes vertreten sollen, sind durch die Bank Berufspolitiker. Was einerseits im Sinne einer professionalisierung des Betriebs durchaus wünschenswert sein kann, hat jedoch tatsächlich fatale Folgen für das Tagesgeschäft.

Über Jahre musste diese Elite sich in den Parteien hocharbeiten, stets darauf Bedacht sich keine Feinde zu machen, die Parteilinie zu vertreten, nicht zu stark negativ aufzufallen, es allen Recht zu machen. Dies erzeugt Politiker ohne eigene Meinung, ohne Rückrat.

Diese Politiker sind ihren Gönnern verpflichtet, die sie zu dem gemacht haben, was sie sind. Sie haben oft kein echtes weiteres Standbein, sind auf die Politik und die damit verbundenen Posten als Einkommensquelle angewiesen.

Adenauer würde sich im Grabe umdrehen, dessen bin ich mir sicher.

Während es hier also einen Generationenkonflikt gewissermaßen nach Oben gibt, haben die Entwicklungen der letzten Jahre außerdem eine Spaltung nach unten vollzogen.

Neudeutsch wird hier von den "digital natives", den digitalen Ureinwohnern gesprochen.

Es sind jene, die mit dem Internet als neues Medium aufgewachsen sind, jene, die eine Unterhaltung via IRC als ebenso echt und persönlich empfinden wie andere ein Telefonat.

Die Generation der "Internetausdrucker" hingegen sieht das Internet vornehmlich als Gefahr für die Seele des Menschen. So wie die Gegner der Dampflock der Meinung waren, ein Mensch käme zu Tode, bewege er sich mit höheren Geschwindigkeiten, damals also 30 Stundenkilometer, fort.

Diese Generation sieht im Internet lediglich ein Mittel zum Daten und Informationsaustausch, wenn überhaupt.

Krass fällt dies auf, wenn man sich die Folge der Kinderreporter ansieht, in der unsere Justizministerin sich nicht erinnern kann, was ein Browser ist - gut, muss sie auch nicht. Wirklich nicht, aber entlarvend fand ich die Arroganz, mit der eines der Kinder gefragt wurde, ob es denn auch eine eigene Homepage habe, und stolz davon berichtete, dass dies der Fall sein. Das Gesicht des Herrn Struck ist in diesem Moment wirklich sehenswert. (für die Ungeduldigen bei 2:13) siehe hier.

Dieser Bericht der Kinderreporter kann einem wirklich die Augen öffnen, wie stark die Nutzung des Mediums Internet sich unterscheidet und wie unterschiedlich es wahrgenommen wird.

Die neue Arroganz der Obrigkeit

Dabei stehe ich nicht auf dem Standpunkt, dass Frau Zypries die verschiedenen Browser aufzählen können muss, aber ich verachte die Arroganz, mit welcher die Kinderreporter hier behandelt werden, und diese zieht sich mittlerweile durch weite Teile der Politik.

Für mich gipfelt sie bisher in den Äusserungen des Herrn Wiefelspütz, der sich vielfach zu Schade ist, dem Untertan zu antworten. Man darf dann lesen:

mir gefällt der Ton Ihrer Frage nicht. Es fehlt Ihnen an Respekt. Suchen sie sich einen anderen Gesprächspartner. (Wiefelspütz auf abgeordnetenwatch.de)

Dem vorangegangen war eine Anfrage, die Herr Wiefelspütz recht "drollig", man könnte auch sagen typisch arrogant, beantwortet hatte, welche wiederum die folgende, als respektlos empfundene, Nachfrage eines Bürgers auslöste:

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspütz,
gehe ich recht in der Annahme, dass Wahlkampf aggressiv macht, oder entspricht es Ihrer allgemeinen Auffassung von Demokratie, dass man als innenpolitischer Sprecher der SPD Bundestagsfraktion Menschen, die sich mit ihren Fragen und Ängsten an Sie wenden, anpöbeln und mit unsachlichen Äußerungen wie "DNS, TLD, GAGA, GOGO, TRALAFITTI oder was?" zum Narren halten sollte, anstatt, wie man es von einem Volksvertreter erwarten würde, auf deren Fragen und Argumente einzugehen?

Aber gut, der Bürger, den er ja vertreten soll, ist ihm wohl egal:

"das Gesetzgebungsverfahren werde durch die Petition "nicht beeinträchtigt". Zwar sei es "das gute Recht" eines jeden, Bürgerbegehren einzureichen. Die Maßstäbe der Internet-Gemeinde seien aber "teilweise undifferenziert"."

Aha. Wiefelspütz wurde dann gebeten, diese Äußerung doch mal näher zu erläutern, darauf seine Einlassung:

der Kölner Stadtanzeiger hat mich korrekt zitiert. Ich habe dem nichts hinzuzufügen.
Meine Erklärungen gegenüber der Presse erläutere ich nicht, weil ich mich klar, deutlich und allgemeinverständlich ausdrücke.

Fazit

Ich kann mich eigentlich nur noch dem Tagesspiegel anschließen: Der Staat wird zum Problem: Peng Du bist tot!.

Auf die Politikverdrossenheit folgt der Ekel.

Samstag, 23. Mai 2009

Warum Filter nichts bringen.

Warum Filter nichts bringen sieht man sehr schön an dem Service "http://www.jugendschutzprogramm.de/" - der sich als International, EU-Unterstützt und ICRA-Konform zeigt. Folgende Ergebnisse erhielt ich gerade:
  • Die Seite linux.com ist bereits in unserem Filter enthalten und wird als 'Default ab 14' eingestuft.
  • Die Seite google.com wird von uns für unbedenklich gehalten.
  • Die Seite bild.de wird von uns für unbedenklich gehalten.
  • Die Seite gentoo.org ist bereits in unserem Filter enthalten und wird als 'Default ab 14' eingestuft.
  • Die Seite gentoo.de ist bereits in unserem Filter enthalten und wird als 'Default ab 14' eingestuft.
  • Die Seite guug.de ist bereits in unserem Filter enthalten und wird als 'Standard gesperrt' eingestuft.
  • Die Seite blog.fefe.de ist bereits in unserem Filter enthalten und wird als 'Standard gesperrt' eingestuft.

Mir scheint, da will jemand nicht, dass unsere Jugend sich über alternative Betriebssysteme informiert. Lieber das nette Mädchen von Seite 3 auf bild.de ansehen, als etwa die Seiten der German Unix User Group oder gentoo.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Zensursulas PR

Ein wirklich sehenswerter Bericht, wie unsere Bundesmutter mit der Presse agiert. Wirklich sehr gefallen hat mit der Auftritt von unser aller Justiz-Zypresse kurz nach Position 4:30.

zum Video

Im Moment sind es übrigens 49.606 Mitzeichner bei der Petition gegen die Einführung von Internetzensur in Deutschland die, unter dem falschen Vorwand Kinder schützen zu wollen, eingeführt werden soll.

Frau Zypries überlegt offenbar schon, diese Möglichkeiten bei Delikten gegen 'geistiges Eigentum' anzuwenden, in Hessen möchte man Glücksspielseiten sperren, und die ersten Forderungen jegliche Gewaltdarstellungen zu sperren kamen auch schon. Wo war doch gleich der Unterschied zu China?

Nicht vergessen: MITZEICHNEN. JETZT.

Und nicht bei 50.000 aufhören, sondern weitermachen!

PS: jetzt schon (49.652)

Mittwoch, 22. April 2009

Internetzensur bei Kabel Deutschland

Das Kabel Deutschland mit zu den Zensurprovidern gehört, war ja klar, wenn man sich ansieht, wer da im Aufsichtsrat sitzt.

Auf meine Anfrage, wie das denn nun mit den Sperren läuft und auf welcher Rechtsgrundlage sie das machen wollen, habe ich nach 3 Wochen immerhin die Antwort, dass sie es an eine andere Abteilung weitergeleitet haben.

Die brauchen also allen Ernstes 3 Wochen für das Weiterleiten einer E-Mail.

Mein Faxgerät funktioniert übrigens immer noch nicht am KD-Anschluss, Telefonate klappen oft auch nur in eine Richtung, häufig ist besetzt, ohne dass der Angerufene telefoniert. Und das obwohl es VoIP mit ihrer Hardware über deren Kabelnetz ist - Bandbreite also nicht das Problem ist.

Übrigens: Die Zweckbindung der Zensur wurde aus dem heute eingebrachten Gesetzesentwurf gestrichen. Das BKA soll also beliebige Seiten auf die Sperrlisten setzen können. Nachprüfen ob die Sperre gerechtfertigt ist ist darf man nicht - weil man sich ja beim Zugriff evtl. schon strafbar macht.

Nachtrag:

Es ist natürlich nicht bei dieser kleinen Änderung geblieben. Laut Heise soll nun auch ermittelt werden, wenn man wiederholt auf die Stoppseite gelangt, und dann nachweisen müssen, dass es ein Versehen war oder eine automatische Weiterleitung. Ich bin gespannt wie das gehen soll.

Und schliesslich sollen die Provider verpflichtet werden 'mindestens' eine 'DNS-Sperre' einzurichten. Man darf gespannt sein, was da in Zukunft also alles versehentlich mit weggefiltert wird.

Samstag, 28. März 2009

'Kinderpornosperre' in 27 Sekunden 'umgehen'

Einfach um zu zeigen wie schwachsinnig die Pläne unserer Regierung sind hat jemand ein kleines Video gedreht. Es zeigt, wie man innerhalb von 27 Sekunden(!) die geforderten Sperren mit Stoppseiten etc. umgehen kann. Viel Spaß: Internetsperre in 27 Sekunden umgehen

Unter Linux geht es natürlich noch schneller:

  $ echo "nameserver 193.254.184.230" > /etc/resolv.conf
oder
  $ sudo bash -c 'echo "nameserver 193.254.184.230" > /etc/resolv.conf'

Mittwoch, 25. März 2009

Die Zensur wird in Deutschland wieder salonfähig!

Der medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen, und der Justiziar der Union, Günter Krings, begrüßten zudem im Vorfeld einer aktuellen Stunde zur Bekämpfung von Kinderpornographie im Parlament am Donnerstag, dass das Eckpunktepapier auf rechtliche Spitzfindigkeiten verzichte und den einzig vertretbaren Weg weise: "Im Internet haben die Schänder keinen Platz." Auch im Cyberspace habe die Freiheit ihre Grenzen, hinterfragten sie zugleich indirekt einen auf Kinderpornographie begrenzten Ansatz: Auch Rassismus und Gewaltverherrlichung, Volksverhetzung oder Nazi-Propaganda dürften im Netz nicht geduldet werden. Quelle: Heise mal wieder.

Genau, und Gewaldarstellungen muss man auch filtern, und alles böse. Weil wenn man das Böse nicht sieht, ist es nicht da!

Neben dem Originalartikel bei Heise kann ich jedem nur empfehlen die Pressemittelung der FITUG zu lesen!

Montag, 23. März 2009

Bald Internetzensur bei Kabel Deutschland?

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit entsetzen musste ich heute eine Meldung zur Kenntnis nehmen, nach der Kabel Deutschland angeblich einer willkürlichen Sperrung von Webseiten anhand einer Liste des BKA zugestimmt haben soll:

"In der Internet-Branche stoßen die Pläne von der Leyens für eine freiwillige Vereinbarung nicht auf allzu große Unterstützung; zuletzt berichtete der "Kölner Stadt-Anzeiger", dass sich mehrere deutsche Internet-Provider gegen den Plan sperrten, kinderpornografische Seiten im Zuge einer solchen Vereinbarung zu blockieren. Die Gespräche mit Vodafone und Kabel Deutschland seien positiv verlaufen, berichtet das Blatt unter Berufung auf einen internen Vermerk des Innenministeriums."

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Bundesregierung-Keine-Internet-Zensur-aber-Web-Sperren-gegen-Kinderporno--/meldung/134976

Bitte teilen Sie mir mit:
  • ob dieser Bericht den Tatsachen entspricht
  • auf welcher Rechtsgrundlage Sie derartige Massnahmen durchführen wollen
  • wie Sie die Sperren technisch realisieren wollen
  • wie Sie die Einhaltung des Datenschutzes in Bezug mit den 'Stopp-Seiten' realisieren wollen
  • ob Sie ausschliessen können, dass auch Inhalte wie 'Glücksspielseiten' und 'Killerspiele' gefiltert werden, wie vermehrt gefordert wurde.
  • Ich weise Sie schon jetzt darauf hin, dass ich vermutlich von meinem Recht einer Vertragskündigung Gebrauch machen werde, sollten Sie diese Massnahmen an meinem Anschluss durchführen. Entweder in Form eines Sonderkündigungsrechts wegen einseitiger Änderung des Vertrages oder wegen Nichterbringung von Leistung.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Samstag, 21. März 2009

    Bundestrojaner jetzt auch zur normalen Strafverfolgung

    Die Regierungskoalition will künftig die heimliche Online-Durchsuchung auch für die Aufklärung schwerer Verbrechen erlauben. [...] Wolfgang Bosbach, der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sagte gegenüber dem Blatt, dass noch in dieser Legislaturperiode eine Änderung der Strafprozessordnung vorgenommen werden solle. Ein entsprechender Entwurf der Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) läge bereits vor. Quelle: Heise Online

    Da sind ja die beiden Namen, die bei mir wieder alle Alarmglocken angehen lassen zusammen: Zypries und Bosbach.

    Ich erinnere mich noch an die Aussagen, dass man ja den Bundestrojaner ausschliesslich gegen Terroristen einsetzen werde, und das auch nur in wenigen Ausnahmefällen im Jahr. Aber Frau 'Was war noch mal ein Browser' Zypries und Herr 'Killerspiele verbieten' Bosbach scheinen da ganz offensichtlich anderer Meinung zu sein.

    Ich möchte in diesem Zusammenhang noch auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur "Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme" erinnern.

    Ich gehe mal davon aus, dass es auch hier wieder einen Streit bis zur BVerfG gebe wird. Alleine die Tatsache dass dieser schöne Trojaner selbst zum Manipulieren von Daten eingesetzt werden kann (unde soll!) macht die damit gewonnenen Erkenntnisse wertlos in Strafverfahren.

    Dazu der Hinweis: Es wurde tatsächlich als eine der Funktionen beschrieben, dass man Daten auf dem System ändern müsse, um z.B. Rezepte von Sprengstoffen gegen wirkungslose Rezepuren auszutauschen. Da freue ich mich schon, dass mal der Bundestrojaner auf den Rechner eines Unernehmens kommt, der Sprengstoffe herstellt. Das wird ne Gaudi, wenn deren Rezepte nicht mehr funktionieren.

    Ich denke dann noch an den Polizisten, der Leute erpresst hat, man habe auf ihrem Rechner kinderpornographisches Material gefunden - der hatte die Namen seiner Opfer offenbar aus dem Polizeisystem.

    Aber beim Bundestrojaner wird das alles ja nicht passieren.

    Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich mich jetzt ja freuen, dass bisher so ziemlich alle meine Voraussagen in dieser Richtung eingetreten sind. Als nächstes wird der Bundestrojaner dann in Fällen von kinderpornographie-Verdacht eingesetzt, wetten?

    Und wenn einer in einem Internetforum einen Amoklauf androht muss man doch auch rausbekommen, wer das ist - Bundestrojaner.

    Und bei einer Ehrverletzenden anonymen Eintragung in einem Blog!!! - Bundestrojaner...

    Montag, 16. März 2009

    Internetfilterei

    Es hat ja wirklich lange gedauert.

    Nachdem Frau von der Leyen im Moment ganz massive Probleme damit hat, die Provider zur Unterschrift eines illegalen Vertrages zu überreden und selbst Frau Zypries da mittlerweile ganz heftige Bedenken hat, dass das mit noch geltendem Recht zu vereinbaren ist, kommt hier nun schon die nächste Forderung:

    Web-Filter gegen 'Killerspiele'

    Petke verlangte auch ein Verbot für Videospiele, die Gewalt verherrlichen. Allem Anschein nach seien die jugendlichen und heranwachsenden Amokläufer gleichzeitig Konsumenten dieser von Gewalt beherrschten Spiele. "Diese Machwerke gehören verboten." Das Verbot müsse auch im Internet durchgesetzt werden, wobei die betreffenden Dienstleister in der Pflicht stünden. "Die Zeit der Ausflüchte ist vorbei. Wir brauchen entsprechende Web-Filter, die von den Internet- Providern betrieben werden." Quelle: Heise-Newsticker.

    Vielleicht sollte der Herr einfach mal nach China auswandern, da hat er dann sein wohlbehütetes kleines "Internet"

    Das sind dieselben, die auch illegales Glücksspiel filtern wollen, eine Sendezeitbegrenzung für Erotikangebote im Internet durchsetzen (kein Scherz! Die gibt es! Nur in Deutschland!).

    Vielleicht sollten wir das Internet einfach mal einen Tag lang komplett abschalten, sozusagen als Ausblick auf das maximal gefilterte Netz, damit er sieht, wie gefährlich es ist mit DNS und Routingtabellen rumzuspielen und ein ohnehin verdammt komplexes System noch instabiler zu machen.

    Sven Petke ist übrigens exakt die Art von Politiker die ich nicht mag: Er ist ein Berufspolitiker. Er hat laut Vita auf seiner Webseite nicht ein einziges Mal ausserhalb der Politik gearbeitet. Nach dem Studium kam direkt ein Job im Ministerium und der Eintritt in die Partei.

    Es ist übrigens DER Sven Petke...

    Dienstag, 20. Januar 2009

    nur ein Monat...

    19.12.2008: Bundesrat nickt BKA-Gesetz endgültig ab
    20.01.2009: BKA-Chef will Bundestrojaner auch gegen organisierte Kriminalität einsetzen

    Im Februar dann gegen alle per EDV begangene Taten, wie üble Nachrede in einem Forum?

    Montag, 15. Dezember 2008

    Niedersachsens Innenminister...

    Nach Meinung von Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) sollen Internet-Provider künftig ihre Kunden vertraglich dazu verpflichten, eine Filter-Software zu installieren, die den Zugang zu kinderpornografischen Inhalten blockiert. Er werde die rund 75 Provider in Niedersachsen, die Endkunden versorgen, schriftlich dazu auffordern, die Filterpflicht in neue Verträge aufzunehmen und bestehende entsprechend zu ändern. Die Provider sollen dann erkennen können, ob die Filtersoftware beim Kunden aktiv ist, und diesem andernfalls den Zugang zum Internet verwehren. [Heisenews, 15.12.08]

    Angesichts dieser Forderung: Was ist die Anforderung, um Innenminister zu werden?

    Wenn das ja von irgendeinem Hinterbänkler gekommen wäre, der sich profilieren will/muß, aber nein, das stammt von einem Innenminister eines Bundeslandes! In Deutschland, nicht etwa in China!

    Muss ich dieses Programm dann auch auf Handy, iPhone, dvbt-Receiver, WII, BlueRay-Laufwerk, Internetradio, Kühlschrank 'aufspielen'?

    Reicht es, wenn das Programm in einem Virtuellen Rechner läuft, der Provider kann das gerne prüfen, er erreicht es ja dann.

    Wie ist das mit Firmennetzen, was ist mit anderen Architekturen? Die schaffen ja nicht mal eine palttformunabhängige Elster

    *Autsch* - Mein Drang auszuwandern ist wieder so stark wie lange nicht!

    Man müsste mal eine Erhebung machen, wieviele Fachkräfte mittlwerweile nach abgeschlossener, teurer, Ausbildung ausgewandert sind. Ich kenne mittlerweile einige!